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Quadratische Etiketten mit DataMatrix-Code neben einer Etikettenrolle und einem Bauteil

DataMatrix-Code auf Etiketten: wenn wenig Platz für viele Daten bleibt

Ein Strichcode braucht Breite. Wer eine 13-stellige Nummer als EAN-13 druckt, kommt selbst bei feiner Auflösung kaum unter 25 Millimeter — und dann ist der Code nur eine schmale Zeile, die quer zum Scanner liegen muss. Auf einem Platinenrand, einem Werkzeugschaft oder einer Ampulle ist dieser Platz schlicht nicht vorhanden.

Der DataMatrix-Code löst das, indem er die Information in die Fläche legt statt in die Breite. Dieselbe Nummer passt als DataMatrix auf ein Quadrat von wenigen Millimetern Kantenlänge. Und weil die Daten zweidimensional angeordnet sind, lässt sich der Code aus jedem Winkel lesen.

Was ein DataMatrix-Code ist

Ein DataMatrix besteht aus quadratischen Modulen — hellen und dunklen Zellen in einem Raster. Zwei Seiten des Quadrats bilden eine durchgehende Linie, das Finder Pattern. Daran erkennt der Scanner Lage und Ausrichtung. Die beiden gegenüberliegenden Seiten wechseln regelmäßig zwischen hell und dunkel und geben die Rastergröße vor.

Die Daten stehen im Inneren, gesichert durch eine Fehlerkorrektur nach Reed-Solomon. Das ist der entscheidende Unterschied zum Strichcode: Ein DataMatrix bleibt lesbar, auch wenn Teile der Fläche zerkratzt oder verschmutzt sind. Bis etwa ein Viertel der Fläche darf beschädigt sein, bevor die Information verloren geht.

Die Rastergröße richtet sich nach der Datenmenge. Für eine kurze Seriennummer genügen 12×12 Module, eine vollständige Web-Adresse braucht 32×32 oder mehr. Der Code wächst also mit dem Inhalt — aber deutlich langsamer als ein Strichcode, weil er in beide Richtungen zulegt.

Wann DataMatrix die bessere Wahl ist

Wenn der Platz knapp ist. Der häufigste Grund. Ein DataMatrix mit einer zehnstelligen Nummer kommt mit 6 Millimetern Kantenlänge aus. Ein Strichcode mit derselben Information bräuchte etwa das Vierfache an Fläche.

Wenn der Code nicht ausgerichtet werden kann. Strichcodes müssen quer zum Lesestrahl liegen. Bei Bauteilen, die in beliebiger Lage auf einem Band liegen oder im Regal stecken, ist das nicht garantiert. Ein DataMatrix wird aus jeder Drehung gelesen.

Wenn mit Beschädigung zu rechnen ist. In der Fertigung oder bei Teilen, die durch viele Hände gehen, leidet die Kennzeichnung. Die Fehlerkorrektur macht den Unterschied zwischen einem lesbaren und einem unbrauchbaren Code.

Wenn mehrere Angaben aufs Etikett sollen. Artikelnummer, Charge, Verfallsdatum und Seriennummer zusammen wären als Strichcode vier Zeilen. Als GS1 DataMatrix passt alles in ein Quadrat.

Wenn eine Vorschrift es verlangt. In der Medizintechnik schreibt die UDI-Kennzeichnung den GS1 DataMatrix faktisch vor, in der Pharmalogistik ist er über den Fälschungsschutz Standard. Ab 2027 unterstützt der Handel im Rahmen von GS1 Sunrise 2D-Codes an der Kasse.

Wann Sie beim Strichcode bleiben sollten

Ein DataMatrix braucht einen Kamerascanner. Klassische Laserscanner, wie sie in vielen Lagern und an Kassen im Einsatz sind, lesen ausschließlich Strichcodes. Bevor Sie umstellen, prüfen Sie, welche Geräte im Umlauf sind — auch bei Kunden und Lieferanten.

Außerdem kann ein Mensch einen Strichcode notfalls an der Klarschriftzeile ablesen. Beim DataMatrix geht das nicht, hier muss der Klartext separat aufs Etikett — und dafür fehlt auf sehr kleinen Formaten oft der Platz.

Welche Etikettengröße Sie brauchen

Die Rechnung lautet: Modulgröße mal Rastergröße plus Ruhezone. Die Modulgröße ist die Kantenlänge einer einzelnen Zelle und hängt vom Druckverfahren ab. Im Thermotransferdruck sind 0,25 Millimeter zuverlässig machbar; bei kritischen Anwendungen sollten Sie 0,4 Millimeter ansetzen, denn je größer das Modul, desto toleranter der Code gegenüber Verschmutzung und schlechter Beleuchtung.

InhaltZeichenRasterCodefläche bei 0,4 mm
Kurze Seriennummerbis 1012 × 124,8 × 4,8 mm
GTIN-131316 × 166,4 × 6,4 mm
GTIN plus Chargeca. 2520 × 208,0 × 8,0 mm
GTIN, Charge, Datum, Serieca. 4526 × 2610,4 × 10,4 mm
Vollständige Web-Adresseca. 6532 × 3212,8 × 12,8 mm

Die Ruhezone beträgt beim DataMatrix nur ein Modul je Seite — deutlich weniger als beim QR-Code, der vier verlangt. Frei bleiben muss dieser Rand trotzdem, sonst findet der Scanner die Kante nicht. Rechnen Sie zur Codefläche noch Platz für die Klartextzeile und einen Abstand zum Etikettenrand. Ein Etikett mit 26 × 26 Millimetern bietet damit Raum für einen Code mit vollständiger Web-Adresse plus lesbarer Beschriftung — mit Reserve.

Was beim Druck schiefgeht

Zu kleine Module. Der häufigste Fehler. Wer den Code immer weiter verkleinert, unterschreitet irgendwann die Auflösung des Druckkopfs. Die Module verlaufen ineinander, das Raster wird unlesbar. Prüfen Sie im Zweifel mit einem Verifikationsgerät statt mit dem Handy — Handykameras sind sehr fehlertolerant und verschleiern Probleme, die ein Industriescanner nicht verzeiht.

Zu wenig Kontrast. Schwarz auf Weiß ist optimal. Auf silbernen oder transparenten Etiketten sinkt der Kontrast, spiegelnde Oberflächen streuen das Scannerlicht. Wenn es Silber sein muss, wählen Sie ein mattes Material.

Verzerrung durch Wölbung. Auf Kabeln, Ampullen oder Rundstäben wölbt sich die Fläche. Ab einem gewissen Durchmesser kann der Scanner das Raster nicht mehr rekonstruieren. Dort den Code so klein wie möglich halten oder auf ein Fähnchenetikett ausweichen.

Verletzte Ruhezone. Ein Rahmen ums Etikett oder direkt angrenzender Text macht die Kantenerkennung unmöglich. Der freie Rand ist keine Designfrage, sondern Teil des Codes.

GS1 DataMatrix — der Sonderfall

Sollen mehrere strukturierte Angaben in den Code, kommt der GS1 DataMatrix zum Einsatz. Er unterscheidet sich durch die Datenstruktur: Jede Angabe wird durch einen Anwendungsbezeichner eingeleitet, der dem Scanner sagt, was folgt — (01) für die Artikelnummer, (10) für die Charge, (17) für das Verfallsdatum, (21) für die Seriennummer.

Ein Code mit dem Inhalt (01)04012345678901(10)ABC123(17)271231(21)00042 enthält damit Artikel, Charge, Verfallsdatum und laufende Nummer in einem einzigen Quadrat. Für die Medizintechnik ist das die Grundlage der UDI-Kennzeichnung, in der Pharmabranche die Basis des Fälschungsschutzes.

DataMatrix-Etiketten bei uns

Wir drucken DataMatrix-Etiketten ab einer Kantenlänge von 6 × 6 Millimetern — ab 30,90 Euro. Wer Code und Klartext zusammen unterbringen will, ist mit 26 × 26 Millimetern gut bedient, ab 25,90 Euro. Insgesamt stehen sechzehn Formate zur Wahl, vom Kleinstetikett bis 80 × 50 Millimeter.

Schicken Sie uns Ihre Codeinhalte als Liste — wir erzeugen daraus die Codes und prüfen jeden einzelnen vor dem Druck. Oder Sie gestalten das Layout selbst im Label Studio direkt im Browser und ergänzen Logo, Artikeltext oder eine fortlaufende Nummer.

Als Material stehen weiße Folie, mattes Silber und Spezialfolien für Temperatur- oder Chemikalienbelastung zur Verfügung. Für die meisten Anwendungen ist weiße Folie die richtige Wahl, weil sie den besten Kontrast liefert.

Sie brauchen Etiketten mit DataMatrix-Code?
Sechzehn Formate ab 6 × 6 mm, jeder Code vor dem Druck geprüft.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DataMatrix und QR-Code?

Beides sind 2D-Codes mit unterschiedlichem Einsatzzweck. Der DataMatrix ist bei gleicher Datenmenge kompakter und braucht nur ein Modul Ruhezone statt vier. Er dominiert deshalb Industrie und Medizintechnik. Der QR-Code ist auf Konsumentenseite verbreiteter, weil jedes Smartphone ihn ohne zusätzliche App liest.

Wie klein kann ein DataMatrix-Code sein?

Die Größe ergibt sich aus Modulgröße mal Rastergröße. Bei 0,25 Millimeter Modulgröße und einer kurzen Nummer sind Codes unter 4 Millimeter Kantenlänge möglich. In der Praxis sollten Sie großzügiger rechnen, damit der Code auch unter ungünstigen Bedingungen gelesen wird.

Kann ich einen DataMatrix mit dem Handy scannen?

Ja, moderne Kamera-Apps erkennen DataMatrix-Codes meist automatisch. Für die Qualitätsprüfung ist das Handy aber ungeeignet — es ist zu fehlertolerant und übersieht Probleme, die ein Industriescanner nicht verzeiht.

Wie viele Zeichen passen in einen DataMatrix?

Maximal 2.335 alphanumerische oder 3.116 numerische Zeichen. Praktisch bleibt man weit darunter, weil der Code sonst zu groß oder zu feinteilig wird.

Ist ein DataMatrix haltbarer als ein Strichcode?

Bei gleichem Material ja, wegen der Fehlerkorrektur. Ein DataMatrix bleibt lesbar, wenn ein Teil der Fläche beschädigt ist. Bei einem Strichcode genügt ein durchgehender Kratzer quer zu den Balken, um ihn unbrauchbar zu machen.

Brauche ich für DataMatrix spezielle Scanner?

Ja. Laserscanner lesen ausschließlich Strichcodes. Für 2D-Codes brauchen Sie einen kamerabasierten Scanner, einen sogenannten Imager. Diese lesen im Gegenzug auch alle Strichcodes.

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