Prüfung & DGUV
Prüfplaketten richtig anbringen und lesen – Ein Leitfaden für Betriebe
Prüfplaketten dokumentieren auf einen Blick, ob ein Arbeitsmittel geprüft wurde und wann die nächste Prüfung ansteht. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Plaketten korrekt anbringen, den Monatskranz und die Jahresfarben ablesen und welche Materialien sich für welchen Einsatzzweck eignen.
Was ist eine Prüfplakette?
Eine Prüfplakette ist ein selbstklebendes Etikett, das nach einer bestandenen Sicherheitsprüfung auf dem geprüften Gerät oder Arbeitsmittel angebracht wird. Sie zeigt den Zeitpunkt der letzten Prüfung und – je nach Ausführung – den Termin der nächsten fälligen Prüfung. Prüfplaketten kommen überall dort zum Einsatz, wo Betriebsmittel regelmäßig kontrolliert werden müssen: an elektrischen Geräten nach DGUV Vorschrift 3, an Leitern und Tritten nach BetrSichV, an Kranen, Regalen, Feuerlöschern, Türen und Toren nach ASR A1.7 sowie an Mess- und Prüfmitteln.
Wann sind Prüfplaketten Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist die Prüfung selbst – die Kennzeichnung mit einer Plakette ist in vielen Vorschriften dringend empfohlen oder de facto Standard. Die DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) verlangt, dass der nächste Prüftermin elektrischer Betriebsmittel am Gerät erkennbar ist. Auch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) fordern eine nachvollziehbare Dokumentation. Eine Prüfplakette erfüllt diese Anforderung direkt am Objekt und ergänzt den schriftlichen Prüfbericht.
Wichtig: Die Plakette darf erst angebracht werden, nachdem die Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt und dokumentiert wurde. Sie bestätigt das Ergebnis – sie ersetzt nicht den Prüfbericht.
So lesen Sie eine Prüfplakette richtig
Die meisten Prüfplaketten sind rund und enthalten drei Informationsebenen:
1. Monatskranz (äußerer Ring): Die Zahlen 1–12 sind kreisförmig angeordnet. Der Prüfer markiert den Monat der nächsten Prüfung mit einer Kerbzange oder einem wasserfesten Stift.
2. Jahreszahl (Mitte): Im Zentrum steht das Jahr, in dem die nächste Prüfung fällig ist. Bei mehrjährigen Plaketten sind mehrere Jahre aufgedruckt – der Prüfer markiert das zutreffende.
3. Beschriftungstext: Oberhalb oder im Rand steht der Prüfzweck, z. B. „Nächster Prüftermin“, „Geprüft nach DGUV V3“ oder „Nächste Kalibrierung“.
Bei einer 3-zeiligen Prüfplakette können zusätzlich Prüfer-Kürzel und Prüfdatum der letzten Prüfung eingetragen werden. Das schafft lückenlose Nachvollziehbarkeit direkt am Gerät.
Jahresfarben – der 6-Jahres-Zyklus
Um geprüfte und nicht geprüfte Geräte auf einen Blick zu unterscheiden, verwenden Prüfplaketten einen festen Farbzyklus, der sich alle sechs Jahre wiederholt:
Praxis-Tipp: Wenn Sie bei einer Begehung nur braune Plaketten sehen, wissen Sie sofort: Alle diese Geräte sind bis 2026 geprüft. Taucht noch eine gelbe Plakette (2025) auf, ist dieses Gerät möglicherweise überfällig.
Prüfplaketten richtig anbringen – 5 Schritte
Damit die Plakette zuverlässig haftet und ablesbar bleibt, beachten Sie folgende Punkte:
1. Oberfläche vorbereiten: Der Untergrund muss staub- und fettfrei sein. Reinigen Sie die Stelle mit Isopropanol oder einem fettlösenden Reiniger. Auf lackierten, pulverbeschichteten oder glatten Metalloberflächen haften Plaketten am besten.
2. Temperatur beachten: Die optimale Verklebetemperatur liegt bei mindestens +10 °C. Bei Kälte haftet der Klebstoff deutlich schlechter. Wenn möglich, bringen Sie Plaketten in temperierten Räumen an.
3. Sichtbare Stelle wählen: Die Plakette muss ohne Hilfsmittel lesbar sein – nicht hinter Abdeckungen, Kabeln oder in Nischen. Bei Elektrogeräten eignet sich die Nähe des Typenschilds; bei Leitern die Innenseite des Holms.
4. Monat und Jahr markieren: Verwenden Sie eine Kerbzange (Lochzange) oder einen wasserfesten, dokumentenechten Faserschreiber. Die Markierung muss eindeutig und dauerhaft sein.
5. Fest andrücken: Drücken Sie die Plakette mit dem Daumen gleichmäßig von der Mitte nach außen an. So vermeiden Sie Luftblasen, die Feuchtigkeit einschließen könnten.
Materialien und Manipulationsschutz
Nicht jede Prüfplakette besteht aus dem gleichen Material. Die Wahl hängt vom Einsatzort und den Sicherheitsanforderungen ab:
PE-Folie – der Klassiker. Öl- und schmutzabweisend, hitzebeständig, mechanisch belastbar. Eignet sich für den Großteil aller Prüfplaketten im Innen- und Außenbereich.
Dokumentationsfolie – zerfällt beim Ablösen in kleine Fragmente. Ein unbemerktes Entfernen oder Umkleben ist unmöglich. Ideal für sicherheitskritische Anwendungen.
VOID-Folie – hinterlässt beim Ablösen den Schriftzug „VOID“ auf dem Untergrund. So ist jeder Manipulationsversuch sofort sichtbar.
Sicherheitsperforation – eine Stanzung verhindert das intakte Ablösen. Die Plakette zerreißt bei jedem Entfernungsversuch.
Für raue oder unebene Oberflächen empfiehlt sich ein Prüfplakettenträger: eine selbstklebende Grundplatte aus Aluminium oder Kunststoff, auf die die Plakette aufgeklebt wird. Das erleichtert den Wechsel bei der nächsten Prüfung und schützt die Plakette vor mechanischer Beanspruchung.
Häufige Fehler vermeiden
Plakette vor der Prüfung anbringen: Die Plakette dokumentiert ein Ergebnis. Erst prüfen, dann kleben – nie umgekehrt.
Alte Plakette nicht entfernen: Wird eine neue Plakette über die alte geklebt, sind die Prüfhistorie und der aktuelle Termin schwer zu erkennen. Die alte Plakette sollte entfernt oder unkenntlich gemacht werden.
Falsche Größe wählen: Standarddurchmesser sind 20 mm, 25 mm und 30 mm. Für kleine Geräte (z. B. Mehrfachsteckdosen) reichen 20 mm, für Maschinen und Schaltschränke sind 30 mm besser lesbar.
Unleserliche Markierung: Kugelschreiber oder normale Filzstifte verblassen. Verwenden Sie ausschließlich dokumentenechte, wasserfeste Marker oder eine Kerbzange.
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